Geschichte des Schlosses
Nach: http://www.bistum-eichstaett.de/pfarrei/fuenfstetten/kloster/
Schon im 12. Und 13. Jahrhundert gab es in Fünfstetten Ortsadelige, die Herren von Vinastetten, die Ministerialien der Grafen von Graisbach waren. Diese bewohnten ein „Alt-Herren-Häusle“, dem sich im Laufe der Zeit dann das heutige Schloss anfügte.
Die Ortschaft Fünfstetten blieb immer der Sitz kleiner Adeliger aus der Umgebung. Seit etwa 1400 gehörten das Schloss und der Großteil des Dorfes den Rittern von Wemding. Die Donauwörther steckten in einem Rachezug gegen die Wemdinger das „Herren-Häusle“ in Brand, aber das Schloss Fünfstetten blieb vor der Zerstörung bewahrt und die Wemdinger blieben bis 1620 die Herren des Ortes.
Durch Heirat wechselten dann mehrmals die Namen der Besitzer. Nach dem 30-jährigen Krieg kam der Besitz an den Freiherrn Hans Sebastian Speth von Zwiefalten. 1762 kaufte Freiherr Franz Maximilian Karl von Rehlingen die Hofmark.
1811 erwarb sie Freiherr Karl Friedrich Stephan von Schönfeld. Pfarrer Josef Krämer, der von 1925 bis 1949 in der Pfarrei Fünfstetten tätig war, berichtet in „Carl Friedrich Stephan – Graf von Otting und Fünfstetten“ viel Interessantes über den Zustand und die Einrichtung des Schlosses und besonders über die großartige Parkanlage mit seinen seltenen Pflanzen und Bäumen, den herrlichen Blumenrabatten und Wasseranlagen.

Ausschnitt aus einer Ansicht von Fünfstetten von 1820
Bay. Landesvermessungsamt: Ganze Karte bzw. Bestellung
Unter den Erben Schönfelds wurde der gesamte Besitz 1856 an Friedrich Adam Schwarz aus Pappenheim verkauft. Dieser musste aber bald den Konkurs erklären und so wechselte das gesamte Schlossgut wieder den Besitzer. Der neue "Schlossherr", Heinrich Oskar Kürzel aus Chrimitschau in Sachsen, ein Großindustrieller, erwarb es im Jahre 1859.
1905 hatte der Fünfstetter Pfarrer Inzenhofer eine An- und Verkaufsgenossenschaft für Liegenschaften ins Leben gerufen, die das gesamte Schlossgut von dem schlesischen Großindustriellen erwarb. Der umsichtige Ortsgeistliche ermöglichte dadurch oft, verarmten Bauern des Ortes Anleihen über den erworbenen Grund aufzunehmen und den Landwirten somit Gelegenheit zu geben, einen größeren Betrieb aufzubauen. Verständlicherweise waren die Verantwortlichen darum bemüht, für ein so wertvolles Anwesen wieder einen regulären Besitzer zu finden.
Pfarrer Inzenhofer, der längst den Wunsch hegte, eine klösterliche Niederlassung in seiner Pfarrei zu haben, wandte sich im Jahre1906 an die Klosterleitung von Maria Stern und bot ihr das Schlossgut an. Die Generaloberin winkte aber ab, da, der Kauf für die Klosterkasse unerschwinglich schien. Doch der unternehmungsfreudige Pfarrer empfahl der Genossenschaft, das Gut aufzuteilen und stückweise - bis auf 20 Tagwerk, die in unmittelbarer Nähe des Schlosses lagen - zu verkaufen.
Diese 20 Tagwerk landwirtschaftlicher Grund, der fast sieben Tagwerk umfassende Park und das Schloss wurden nun dem Kloster angeboten. Der Preis von 50.000 RM wäre dafür sicherlich nicht zu hoch gewesen, aber das Kloster fühlte sich doch überfordert, denn es war vorauszusehen, daß die Renovierung des Gebäudes und die Einrichtung eines landwirtschaftlichen Betriebs noch eine fast ebenso hohe Summe verschlingen würden. Die Genossenschaft senkte daher den Preis noch einmal auf 45.000 RM; nun konnte das Kloster auf das Angebot eingehen.
Am 10. Januar 1907 erfolgte die notarielle Verbriefung in Fünfstetten selbst. 10.000 RM wurden sofort bar bezahlt, der Rest von 35.000 RM wurden beim Raiffeisenverein Fünfstetten aufgenommen und mit 4% verzinst. Bis zum Jahre 1919 war die Abtragung der Schuld gefordert.


